Existenzgründer setzen auf Leidenschaft im Beruf

Tanja Könemann, Andreas Jachmann und Heike Smith (v. l.) wagten in den vergangenen Monaten als Existenzgründer den Sprung in die Selbstständigkeit und wollen so vor allem auch wieder die Leidenschaft am Berufsleben entdecken. Foto: Pressebüro Amtage

Tanja Könemann, Andreas Jachmann und Heike Smith (v. l.) wagten in den vergangenen Monaten als Existenzgründer den Sprung in die Selbstständigkeit und wollen so vor allem auch wieder die Leidenschaft am Berufsleben entdecken. Foto: Pressebüro Amtage

Minden (PAM). „Feel good“ – fühle dich wohl. Der Aufdruck auf dem Shirt von Existenzgründerin Tanja Könemann mag stellvertretend für das stehen, was für den Einstieg in die Selbstständigkeit von großer Bedeutung ist: sich im Berufsleben wohlfühlen.

1776 Gründungen zählte die Industrie- und Handelskammer (IHK) Ostwestfalen im vergangenen Jahr im Kreis Minden-Lübbecke. Nicht mit einberechnet die Existenzgründungen im Bereich Handwerk und Freie Berufe. Mit dieser Zahl steht der Mühlenkreis auf Platz vier der Rangliste in Ostwestfalen – nach der kreisfreien Stadt Bielefeld, den Kreisen Gütersloh und Paderborn. Herford und Höxter folgen auf Minden-Lübbecke. Doch im Gegensatz zu allen anderen sind im Mühlenkreis und in Herford die Anzahl der Gründungen im Vergleich zum Vorjahr weiter leicht gestiegen, wie Karl-Ernst Hunting, Leiter der IHK-Zweigstelle Minden, gestern vor Journalisten erläuterte.

Damit machte sich im Jahr 2015 fast jeder hundertste Erwerbstätige im Minden-Lübbecker Land im Bereich Industrie, Handel und Dienstleistungen selbstständig. „Der Trend zur Nebenerwerbsgründung blieb auch im vergangenen Jahr mit einem Anteil von 45 Prozent an den gesamten Gründungen bestehen“, erläuterte Hunting. Vor fünf Jahren waren dieses erst 27 Prozent.

Gründungswillige nutzten so unter anderem immer mehr die Möglichkeit, ihren Traum einer eigenen selbstständigen Tätigkeit mit einem geringen Risiko zu verwirklichen. Karl-Ernst Hunting: „Das Gründungsvorhaben wird auf diese Weise vorerst am Markt getestet.“

Existenzgründer verlassen sich auf das eigene Gespür

Drei Existenzgründer aus dem Mühlenkreis erläuterten gestern auf Einladung der IHK, was sie bewegt hat, den Sprung in die Selbstständigkeit zu wagen. Dabei steht für Tanja Könemann (40), Heike Smith (55) und Andreas Jachmann (52) die Freude am – neuen – Beruf ganz oben auf der Skala der Faktoren, die für ihre Zukunft wichtig sind.

Die gelernte Bankkauffrau und Versicherungsfachfrau Tanja Könemann entschied sich nach 13 Jahren Tätigkeit für eine Versicherungsgesellschaft und Familiengründung für ein selbstständiges Arbeiten in der Vorsorge- und Finanzplanung. Ihr besonderes Geschäftsmodell: sie arbeitet nicht auf Provisionsbasis für Versicherungen, sondern auf Honorarbasis für ihre Kunden – die sogenannte Nettotariflösung.

In ihrem neuen Job setzt sie besonders auf eine stringente Zeitplanung, feste Bürozeiten in einem außerhalb gelegenen Büro und das „sich nicht ablenken lassen“. Dieses auch im Interesse der Familie.

Nach 38 Jahren im Angestelltenverhältnis wollte auch Heike Smith wieder mit Leidenschaft arbeiten können. Und dieses selbstständig. Kaufmännisches Verständnis und handwerkliches Geschick, die Leidenschaft im Umgang mit Farben brachten sie zum Möbeleinzelhandel mit einem angegliederten Atelier. Dort arbeitet sie Möbelstücke auf, gibt Kurse und Workshops in einem Geschäft, das in einer Fußgängerzone liegt und so auch Laufkundschaft anzieht.

Von großer Bedeutung ist für die 55-Jährige wie für die beiden anderen Gründer, jede Hilfe anzunehmen, ganz besonders auch von der Familie und guten Freunden. „Und auf jeden Fall auf das eigene Gespür verlassen“, wie es der Dritte im Bunde, Andreas Jachmann, beschreibt.

Der 52-Jährige war mehr als 25 Jahre im Außendienst für die Bereiche Gastronomie und Lebensmittel/Feinkost tätig. Der gelernte Restaurantfachmann und studierte Betriebswirt konzentriert sich jetzt mit einem eigenen Geschäft auf die Vermarktung von zumeist deutschen Weinen an Endverbraucher und Gastronomielieferant. Mit einem eigenen Label vertreibt er zudem Feinkost und bietet Wein-Wisser-Abende und Genuss-Abende in einer alten Deele auf dem Lande an.

Dem Onlinehandel etwas entgegen setzen

Besonders diese Eigenvermarktungsstrategien im Handel mit Kursen und Workshops sind für IHK-Gründungsberaterin Nadine Obersundermeyer auffällig. „Hier setzen die Gründer dem Onlinehandel etwas entgegen, was der in dieser Form nicht bieten kann.“

Wobei sich der Onlinehandel im Gründungsgeschehen zunehmend etabliere, weiß Karl-Ernst Hunting. „Jeder sechste neu gegründete Einzelhandelsbetrieb in Ostwestfalen ist nach IHK-Recherchen mittlerweile im weltweiten Datennetz als Händler tätig.“

Betrachtet man die Formen der Neugründung genauer, liegt im Mühlenkreis mit mehr als 60 Prozent der Dienstleistungsbereich an der Spitze. Mit gut 27 Prozent folgen der Handel und knapp elf Prozent das produzierende Gewerbe. Dass die Dienstleistungen ganz vorne liegen, sieht Hunting in dem geringeren Bedarf an Startkapital und mehr zeitlicher Flexibilität.

Etwa Dreiviertel der Gründungen erfolgen als Kleingewerbebetreibende. Dabei sind fast 66 Prozent dieser Gründer männlich, 34 Prozent weiblich. Werte, die sich in den vergangenen 15 Jahren kaum verändert haben.

© Pressebüro Hans-Jürgen Amtage – Veröffentlichung des Textes und des Fotos nur mit Genehmigung des Autors.

Link zur IHK-Zweigstelle Minden

Bürger-Bündnis Minden gegen höhere Elternbeiträge

Das Bürger-Bündnis Minden ist gegen höhere Elternbeiträge und fürchtet eine weitere finanzielle Belastung für Familien bei der Kinderbetreuung. Symbolfoto: PR

Das Bürger-Bündnis Minden ist gegen höhere Elternbeiträge und fürchtet eine weitere finanzielle Belastung für Familien bei der Kinderbetreuung. Symbolfoto: PR

Minden. Den Mindener Familien steht wieder einmal eine Beitragserhöhung für die Kinderbetreuung bevor. Das erklärt das Bürger-Bündnis Minden (BBM) in einer Pressemitteilung. Gleichzeitig veröffentlichte der Stadtelternrat Minden am Dienstag zum gleichen Thema einen Offenen Brief an die Ratsmitglieder.

Am morgigen Donnerstag soll der Rat einer erneuten Elternbeitragserhöhung im Bereich KITA/Kindertagespflege zustimmen, betont BBM-Vorsitzender Anton Dschida. Die letzte große Erhöhung um fünf Prozent habe gerade erst zum 1. Januar 2016 stattgefunden und belaste das Einkommen der Familien stark.

Die Stadt Minden plane in ihrem Satzungsantrag im Top 4 der Ratssitzung eine erneute deutliche Erhöhung der Elternbeiträge in den kommenden fünf Jahren um drei Prozent ab August 2016, um weitere drei Prozent ab August 2017, noch einmal um drei Prozent ab August 2018, sowie fortlaufend jährlich um 1,5 Prozent ab August 2019. Insgesamt solle den Familien damit eine Erhöhung der Elternbeiträge von Ende 2015 bis Mitte 2020 um rund 18 Prozent zugemutet werden: „Für eine Familie mit einem Jahreseinkommen von 25.000 bis 37.000 Euro und einem Betreuungsplatz für ihr Kind über drei Jahre für 45 Stunde pro Woche bedeutet das eine finanzielle Mehrbelastung in Höhe von 168 Euro pro Jahr (plus 18 Prozent). Eine Familie mit einem Jahreseinkommen von 37.000 bis 49.000 Euro zahlt dann für die Betreuung ihres Kindes über drei Jahre für 35 Stunden pro Woche sogar 180 Euro pro Jahr (plus 19 Prozent) mehr.“

Das Bürger-Bündnis Minden lehne diesen Vorschlag ab, denn er sei den Familien gegenüber im höchsten Maße unsozial, erklärt Anton Dschida. „Wieder einmal trifft es die Menschen, die die Gesellschaft mittragen.“

Neues Gesetz

Die Rot-Grüne NRW-Landesregierung korrigiere schon länger am wenig erfolgreichen Kinderbildungsgesetz KIBIZ herum. Nun solle es ein neues Gesetz zur Änderung des KIBIZ richten, um die dringend notwendige finanzielle Ausstattung der KITAs und Tagespflegeeinrichtungen zu verbessern, so das BBM. Für dieses neue Gesetz, das vom Landtag noch gar nicht verabschiedet worden seit, werde eine Steigerung der Kindpauschalen von 1,5 auf drei Prozent als Grundlage der KITA-Finanzierung diskutiert. Werde das Gesetz verabschiedet, müssten sich sowohl das Land, die Stadt als auch die Träger etwas mehr an der Finanzierung der Kinderbetreuung beteiligen.

„Die Stadt Minden geht hier den für sie elegantesten Weg und reicht die höheren Beiträge im vorauseilenden Gehorsam gleich auch an die Eltern weiter“, so Dschida. Denn sie habe Ende 2015 vorsorglich die Beitragssatzung so geändert, dass eine kontinuierliche jährliche Erhöhung der Elternbeiträge festgesetzt worden sei. „Die Elternbeiträge wurden an die vom Land vorgegebene Kindpauschale gekoppelt, die ursprünglich pro Jahr automatisch um 1,5 Prozent steigen sollte, sodass eine jährliche automatische Betragserhöhung von 1,5% geplant war.“

Das Problem: Die Steigerung reiche nach Angaben der Träger bei weitem nicht aus, um die hohen Kosten der Kitas abzudecken. Daher solle die Kindpauschale unter Umständen auf drei Prozent angehoben werden.

Rathaussanierung auf Kosten der Familien?

„Anstatt die chronisch unterfinanzierte Kinderbetreuung selber stärker zu unterstützen, verweist die Verwaltung auf die Satzung, erörtert den Sachverhalt auch nicht im zuständigen Jugendhilfeausschuss, sondern bittet erneut die Mindener Familien zur Kasse. Ist das vielleicht der erste Ansatz für die auf über 30 Millionen Euro geschätzte Rathaussanierung“, fragt Dschida.

Dass es auch anders gehe, zeige das Beispiel der Stadt Porta Westfalica. Hier habe man sich nach längerer Diskussion dazu entschlossen, die Elternbeiträge bei einer Steigerung von 1,5 Prozent pro Jahr zu belassen, sie nicht weiter anzuheben, sondern die fehlenden Mittel über den allgemeinen Haushalt der Stadt auszugleichen.

Das BBM appelliert an den Rat der Stadt Minden, die Familien nicht noch weiter zu belasten, denn die finanzielle Schmerzgrenze ist schon längst erreicht.

„Wir fordern den Mindener Rat auf, dem Beispiel in unserer Nachbargemeinde zu folgen, den Beschlussvorschlag abzulehnen und bei den vereinbarten 1,5 Prozent zu bleiben. Die notwendige zusätzliche Finanzierung der KITAs/Tagepflegeeinrichtungen ist über den Haushalt sicherzustellen“, erklärt die BBM-Stadtverordnete Claudia Herziger-Möhlmann.

Offener Brief der Stadtelternschaft Minden

Peter Clever vor Arbeitgebern: Flüchtlinge bieten eine Chance

AGV-Geschäftsführer André M. Fechner (l.) und der neue Vorsitzende des Verbandes Sven Hohorst (r.) begrüßten Festredner Peter Clever (M.), Mitglied der Hauptgeschäftsführung der Bundesvereinigung der Arbeitgeberverbände zur Vortragsveranstaltung. Foto: AGV

AGV-Geschäftsführer André M. Fechner (l.) und der neue Vorsitzende des Verbandes Sven Hohorst (r.) begrüßten Festredner Peter Clever (M.), Mitglied der Hauptgeschäftsführung der Bundesvereinigung der Arbeitgeberverbände zur Vortragsveranstaltung. Foto: AGV

Minden (PAM). Eine Verlängerung der Schulpflicht empfiehlt das Mitglied der Hauptgeschäftsführung der Bundesvereinigung Deutscher Arbeitgeberverbände (BDA), Peter Clever. Dieses ermögliche eine bessere Integration von jungen Flüchtlingen in unsere Gesellschaft.

Bei der traditionellen Vortragsveranstaltung nach der Mitgliederversammlung des Arbeitgeberverbandes Minden-Lübbecke (AGV) im Hotel Bad Minden, betonte Festredner Clever, die BDA empfehle dem Land Nordrhein-Westfalen dringend, dem Beispiel Bayerns zu folgen und die Schulpflicht zu verlängern. „Man hat immer den Eindruck, das Thema Flüchtlingssituation sei in Bayern besonders problematisch, doch hier wird ein Beispiel gegeben, dem die anderen Länder folgen sollten.“

Peter Clever reagierte mit dieser Erklärung auf eine Nachfrage des Hauptgeschäftsführers der IHK Ostwestfalen zu Bielefeld, Thomas Niehoff, nach schulischen Angeboten für über 18-Jährige. Dieses sei zurzeit besonders mit Blick auf junge Flüchtlinge bei den Industrie- und Handelskammern ein zentrales Thema.

Aktuelle Herausforderungen der Arbeitsmarktpolitik standen im Mittelpunkt des Vortrages von Clever, der vom neuen AGV-Vorsitzenden Sven Hohorst auch im Namen seines Amtsvorgängers Christoph Barre zu der jährlich stattfindenden Veranstaltung begrüßt wurde. Das Mitglied der BDA-Hauptgeschäftsführung machte dabei deutlich, dass er bei einem Großteil der Flüchtlinge eine große Bereitschaft sehe, arbeiten zu wollen. Voraussetzung dafür sei, in die Bildung zu investieren, gerade was das Erlernen von Sprache angehe. „Besonders die jungen Flüchtlinge bieten uns eine große Chance, Fachkräfte für die Unternehmen zu finden. Wir müssen uns aber darauf einstellen, dass der Weg dorthin aufgrund sprachlicher Barrieren länger dauert“, so Peter Clever.

Clever: Unternehmen schaffen Arbeit – nicht die Politik

Der ging zum Auftakt seiner Rede mit der Politik ins Gericht. „Unternehmen schaffen Arbeit. Nicht die Politik“, machte der 61-jährige Volkswirtschaftler deutlich, der viele Jahre auch für die CDU/CSU-Bundestagsfraktion als Büroleiter und Pressesprecher wirkte und heute bei der BDA unter anderem für die Bereiche Arbeitsmarkt, Bildung und europäische Sozialpolitik zuständig ist. Dabei verwies er darauf, dass Unternehmen mit mehr als 500 Beschäftigten nur 0,27 Prozent aller Unternehmen in Deutschland ausmachten. 20 Prozent aller Arbeitnehmer seien in diesen Firmen beschäftigt. „Das bedeutet, dass vier von fünf Arbeitnehmern in kleineren Unternehmen tätig sind.“ Daher müsse vor allem Politik für die kleinen Unternehmen gemacht werden.

Bisher aber seien von der Politik vor allem für die großen Betriebe „Ressourcen in unserem relativ in Wohlstand getränkten Land verbrannt“ worden. Die nachfolgenden Generationen müssten die Folgen tragen. Clever lobte hier ausdrücklich die Arbeit des Vorsitzenden des Vorstandes der Bundesagentur für Arbeit, Frank-Jürgen Weise, dem es gelungen sei, der Ansicht der Sozialpolitik entgegen zu steuern, man könne „Probleme lösen, in dem man Geld auf diese Probleme schmeißt“. Weise, der kein „kleiner Arbeitsminister“ sein wolle, habe gezeigt, dass man große soziale Aufgaben auch nach wirtschaftlichen Aspekten steuern könne.

Auf den Ausstieg der Briten aus der Europäischen Union eingehend, warnte Peter Clever davor, sich – wie bei der Flüchtlingssituation – von der Aufgeregtheit in der Presse anstecken zu lassen. Wenn die Katerstimmung vorüber sei, gelte es, sich darauf zurück zu besinnen, was die EU gerade auch arbeitsmarktpolitisch leisten müsse. Dabei müsse Europa lernen, sich zurückzuhalten.

„Wir brauchen ein Europa, das in den großen Fragen mit einer Stimme spricht. Das gilt besonders für eine gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik“, so der BDA-Mann. Denn man könne nur in einem Land erfolgreich wirtschaften, das nicht von Kriegen geplagt sei. „Das geht nur in einer Friedensgemeinschaft.“

© Pressebüro Hans-Jürgen Amtage – Veröffentlichung des Textes nur mit Genehmigung des Autors.

MI: Standards beim Brandschutz nicht senken

Die Standards beim Brandschutz dürfen nach Ansicht der Mindener Initiative in Minden nicht gesenkt werden. Foto: PR

Die Standards beim Brandschutz dürfen nach Ansicht der Mindener Initiative in Minden nicht gesenkt werden. Foto: PR

Minden. Die Fraktion der Mindener Initiative (MI) stärkt die Ansicht des Feuerwehr-Dezernenten der Stadt Minden, dass beim neuen Brandschutz-Bedarfsplan anerkannte Standards nicht gesenkt werden dürften.

„Wir tragen nicht nur die politische, sondern auch die moralische Verantwortung, dass bei Bränden oder Katastrophen Bürgerinnen und Bürger so unbeschadet wie möglich bleiben“, betont MI-Fraktionssprecher Harald Steinmetz. Die Unabhängige Wählervereinigung Mindener Initiative beschäftige sich zurzeit intensiv mit der notwendigen Neustrukturierung des Brandschutzbedarfsplans. Dieses auch in bilateralen Gesprächen.

Steinmetz warnt ausdrücklich davor, die Verabschiedung des Plans über das Knie zu brechen. Zu umfangreich seien die Anforderungen, zu vielschichtig die Einsatzpläne, um hier kurzfristige Entscheidungen zu treffen. „Vor allem aber folgen wir der Warnung des für den Brandschutz zuständigen Beigeordneten Lars Bursian, die von der Bezirksregierung in Detmold anerkannten Sicherheitsstandards in Minden abzusenken.“ Städte wie Herford, die diesen Weg gingen, dürften kein Vorbild sein, betont der Fraktionssprecher.

Intensiven Dialog führen

Wichtig sei in den kommenden Wochen aber auch, mit den Löschgruppen der Freiwilligen Feuerwehr Minden noch intensiver in den Dialog zu treten. „Schon jetzt sind die ehrenamtlichen Kräfte unseres Wissens nach an der Grenze ihrer Leistungsfähigkeit angelangt“, erklärt Claus-Dieter Herziger, sachkundiger Bürger der MI zuständigen Fachausschuss. Noch mehr Einsatzzeiten, örtliche Wechsel und Aufgaben in den Rucksack der Feuerwehrleute zu packen, wäre sicherlich die falsche Entscheidung.

Vergessen werden dürfe dabei nicht, welche Belastungen die ehrenamtlichen Feuerwehrfrauen und -männer auf sich nähmen. Hinzu komme die nicht einfache Aufgabe, Arbeitgeber davon zu überzeugen, dass das kurzfristige Ausrücken vom Arbeitsplatz zum Einsatzort im Sinne aller sei. „Schließlich kann jeden ein Brand des eigenen Hauses oder der Firma treffen“, so Herziger.

So ruft die MI zur Besonnenheit auf und spricht sich für eine sehr genaue Betrachtung auch der Situation der Berufsfeuerwehr aus. 500.000 Euro jährlich für mehr hauptamtliches Personal plus X für die freiwillige Feuerwehr sei zwar sehr viel Geld, doch der Weg solle zu Strukturen führen, die für die Stadt Minden möglichst das Optimum bildeten, betont Harald Steinmetz.

Die Stadt sei mit ihrem Konzept „Feuerwehr 2020“ in den vergangenen Jahren bereits auf einem guten Weg gewesen, nachdem erste Irritationen bei den Betroffenen hätten aufgehoben werden können. Steinmetz: „Von Bedeutung in diesem Konzept ist auch die interkommunale Zusammenarbeit. Hier gibt es sicherlich noch Spielräume, gerade im Bereich der Stadtgrenzen.“

Mindener-Initiative.de

Minden virtuell in Echtzeit erleben

Die Minden Beacon Mile schickt per Bluetooth Informationen über Handel, Kultur, Freizeit und Geschichte auf die Smartphones der City-Besucher. Foto: MMG

Die Minden Beacon Mile schickt per Bluetooth Informationen über Handel, Kultur, Freizeit und Geschichte auf die Smartphones der City-Besucher. Foto: MMG

Minden. Mit dem innovativen Projekt „Digitales Minden“ vernetzt die Minden Marketing GmbH (MMG) den realen mit dem virtuellen Stadtraum in der Weserstadt. Im Rahmen des von WAGO, JCC Bruns und dem NRW-Verfügungsfond unterstützten Projektes konnte jetzt die erste Beacon Mile in Deutschland installiert werden.

Zuvor war Minden digital bereits gut aufgestellt: Die Positionierung von QR-Codes als erste Stadt Deutschlands ins Stadtpflaster, responsive Websites, nachhaltige Social Media Präsenz, Webcams und eine Minden-APP sind zentrale Bausteine. Ebenso das für die gesamte Innenstadt aufgebaute freie Minden-WLAN-Netz, das das mobile Datenvolumen der Minden-Besucher auf ihren Smartphones schont.

Minden Beacon Mile als Versuchslabor für die Innenstadt gestartet

Was in den USA bereits großflächig genutzt wird, Ikea, Media Markt und McDonalds zur Zeit in Deutschland in Dutzenden ihrer Läden testen, will Minden als erste Stadt in Deutschland in der City ausprobieren: Beacons. Rund 40 der kleinen Sender, die Smartphones im Umkreis bis zu 70 Metern dazu veranlassen, sogenannte Push-Nachrichten aus dem Internet zu laden, sind jetzt in der Mindener Fußgängerzone installiert worden. Durch diese neue Beacon-Infrastruktur können Touristen in Minden die Altstadtroute mit den einzigartigen historischen Sehenswürdigkeiten per Podcasts auf eigene Faust per Smartphone erkunden.

Großes Potential haben die „Minisender“ nach Expertensicht vor allem auch für Einzelhandel und Gastronomie. Denn mit Push Nachrichten können Kunden gewonnen und in die Läden geholt werden. Auch für die Kundenbindung seien diese wertvoll, indem zum Beispiel Stammkunden bei Betreten des Ladens mit Gutscheinen, Rabatten oder Treuepunkten belohnt würden.

In einer Lern- und Erprobungsphase werden jetzt in Minden mit den Partnern aus Einzelhandel, Gastronomie, Tourismus und Kultur aktuelle Angebote sowie Minden-News direkt aufs Smart-phone geleitet. Wie Kundengewinnung, Kundenservice und Kundenbindung durch Navigation zu bestimmten Produkten, Bonus- und Rabattaktionen erfolgen könnte, wird jetzt in Minden ausprobiert. Als „Location Based Service“ bietet diese standortbezogene Technologie ganz neue Wege der Kundenansprache vor Ort. Mit der Minden Beacon Mile bietet die Weserstadt als erste Stadt in Deutschland eine funktionsfähige Infrastruktur für den mobilen Einsatz der neuen Beacon-Technologie.

„Dank der Unterstützung unserer Gesellschafter und der beteiligten Fachfirmen starten wir jetzt die nächste Entwicklungsphase unseres Zukunftskonzeptes Digitales Minden“, erläutert Dr. Jörg-Friedrich Sander, Geschäftsführer der Minden Marketing GmbH. „Unsere neue Website, die neue Minden-APP, der neue digitale Marktplatz mit Shopping-Portal als Minden-Schaufenster und die Minden Beacon Mile als erste stadtweite Beaconinfrastruktur in Deutschland, können entscheidende Bausteine für Mindens digitale Zukunft werden“, so Sander.

Minden-APP als Fernbedienung für die Stadt

Mit der neuen APP macht die MMG die Minden-Angebote auch mobil abrufbar. Sie ist die zentrale mobile Schnittstelle zum „Digitalen Marktplatz“ mit „Shopping-Portal“ und den Erlebnisangeboten der Stadt und kann über das freie Minden-WLAN ressourcenschonend genutzt werden. Die APP soll als zentrale mobile Kommunikationsplattform zwischen der Stadt und den Besuchern und Bürgern ausgebaut werden. Vom Shopping- und Veranstaltungstipp bis zum Bürgerservice, vom Verkehrsmelder bis zu Stadt-News werden Informationen und Neuigkeiten schnell, unkompliziert und mobil bereit gestellt. Der digitale Marktplatz und die Minden APP sind von der Firma IMS programmiert worden, die das Mindener Projekt engagiert unterstützt. Auch die Nutzung der Beacontechnologie auf der Minden Beacon Mile wird erst über die Minden-APP möglich.

Digitaler Marktplatz mit Shopping-Portal als Minden-Schaufenster

Der neu aufgebaute „Digitale Marktplatz“ mit „Shopping-Portal“ fungiert als Schaufenster der Stadt. Hier können Anbieter aus Einzelhandel, Tourismus, Gastronomie und Kultur ihre Ange-bote platzieren. So wird u.a. das Einkaufsangebot Mindens mit den Erlebnisfaktoren in der City verknüpft. Im Shopping-Portal findet man eine aktuelle Auflistung aller Geschäfte mit Öffnungs-zeiten, Sortimentsinformationen und Kontaktdaten. Einzelhändler, touristische Partner und Kultureinrichtungen haben die Möglichkeit, eigene Angebote und Online-Stores anzudocken und mit dem lokalen Minden-Erlebnis zu verbinden. Ein lokaler Online-Marktplatz ist kein Selbstläufer, aber er kann und soll den Anbietern und Läden vor Ort helfen, ihre Sichtbarkeit und Attrakti-vität zu steigern und zusätzliche Kunden nach Minden und in die Läden zu holen.

Neue MMG-Website bildorientiert und benutzerfreundlich

Bildorientiert präsentiert die MMG auf ihren neuen Internetseiten die Minden-Angebote aus Tourismus, Events und Kultur, die Projektmodule „Geschichte neu erleben“ und „Digitales Minden“ sowie Serviceleistungen rund um die Touristinformation, Termine und Publikationen. Auch der direkte Link zum Rathaus wurde prominent platziert. Neu auf den Seiten ist auch der digitale Marktplatz, an den auch der MMG-Online-Store mit Mindener Souvenirartikeln angeschlossen ist. Über die sogenannte „Karusselltechnik“ werden die Angebote benutzerfreundlich und übersichtlich präsentiert. Die engagierte technische Umsetzung der neuen Internetseiten erfolgte durch die Fa. Mediensalat.

Freies Minden-WLAN als Grundlage für das „Digitale Minden“ findet enormen Zuspruch

Das aufgebaute freie Minden-WLAN-Netz in der City ist die Grundlage für das digitale Minden und schont das mobile Datenvolumen der Minden Besucher auf ihren Smartphones. Als eine der ersten Kommunen in NRW konnte Minden diesen Service seit 2014 anbieten, so dass die MMG bereits zahlreiche Anfragen aus anderen Städten bekam. Dank der Förderung der Gesellschafter und vieler Innenstadtakteure konnte mit technischer Unterstützung der MK-Netzdienste und der beratenden Tätigkeit durch den Kommunikationberater Hans-Jürgen Amtage | Pressebüro Amtage die Mindener Innenstadt fast flächendeckend mit freiem Minden-WLAN ausgestattet werden. Über zwei Millionen Zugriffe in 2015 und in 2016 bereits bis Mitte Juni 2,1 Millionen Nutzerzugriffe spiegeln die enorme Akzeptanz und Dynamik dieses innovativen Minden-Angebotes wider.

Die MMG will die Bausteine des „Digitalen Minden“ gemeinsam mit allen Partnern aktiv weiter entwickeln. Dazu Jörg-Friedrich Sander: „Mit diesem neuen digitalen Touchpoint-Management-System wollen wir gemeinsam in Minden Stadtbesucher und Kunden auf ihrer sogenannten Customer journey, also vom Sofa bis zur Ladentheke mit den vielfältigen Angeboten der Stadt und dem Gesamterlebnis Mindens verbinden. Wir probieren es einfach aus! Denn die digitale Zukunft hat erst begonnen und wir freuen uns darüber, dass wir in Minden vorne mit dabei sind.“

Weitere Informationen bei der Minden Marketing GmbH, Domstraße 2, 32423 Minden, Telefon (05 71) 829 06 59, Telefax (05 71) 829 06 63, E-Mail info@mindenmarketing.de, Internet www.minden-erleben.de.